Die Bertelsmann Stiftung, welche „ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke“ (Satzung der Bertelsmann Stiftung) verfolgt, wurde 1977 von Reinhard Mohn gegründet. Seither sind etwa eine Milliarde Euro in mehr als 800 Projekte aus den Bereichen bessere Bildung, eine gerechte und effiziente Wirtschaftsordnung, patientenorientiertes Gesundheitswesen, eine lebendige Bürgergesellschaft, nachhaltige kulturelle Förderung, - eine Verankerung internationaler Verständigung u. a. m. geflossen.

 

Verantwortungspartner für die Region

Ferner unterstützt die Bertelsmann Stiftung mit dem Projekt "Unternehmen für die Region" mittelständische Unternehmen dabei, gesellschaftliches Engagement in der Region zu fokussieren und zu bündeln. Dabei werden zunächst gemeinsam regionale Herausforderungen identifiziert, um diesen im Rahmen gemeinschaftlicher Lösungsansätze entgegenzutreten. Seit 2008 gestaltet sich die Initiative als innovative Maßnahme der bundesdeutschen Regionalentwicklung, wobei im Kreis Lippe die Arbeitsthemen Familie und Beruf, Integration von Fachkräften mit Migrationshintergrund, Jugend und Berufsorientierung sowie demografischer Wandel erfolgreich angelaufen sind.

Die Verantwortungspartner-Methode wurde von der Bertelsmann Stiftung in Zusammenarbeit mit :response entwickelt. Sie ist eine strukturierte Prozessmoderation mit Beratungselementen und dient dazu, gesellschaftlich engagierte Unternehmer/innen einer Region zu vernetzen. Engagierte Unternehmer/innen finden sich als Verantwortungspartner zusammen, um gemeinsam mit Vertreter/innen aus Kommunen und Landkreisen, mit Vereinen und sozialen Organisationen Lösungen für gesellschaftliche Probleme in der Region zu entwickeln. Welche Partner sie wählen und welche Herausforderungen das sind, bestimmt jede Region für sich selbst. Beispiele sind: bessere Integration von Migranten, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Verbesserung der Ausbildungsreife, Klima- und Umweltschutz oder professionelles Nachhaltigkeitsmanagement im eigenen Betrieb. Die Region profitiert von dem Engagement der Unternehmer/innen: Es entstehen neue Impulse, die die Region nach vorn bringen.

 

Ein Beispiel: Lipper sind fitter

Die Arbeitsgruppe „Lipper sind fitter“ konzentriert sich auf die Fragen: Wie können „reife Talente“ in Unternehmen gefördert werden? Und wie können Führungskräfte für die Notwendigkeit und die Bedürfnisse älterer Mitarbeiter sensibilisiert werden? Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, steigendem Renteneinstiegsalters und sinkender Zahl von Erwerbspersonen hat sich die Arbeitsgruppe das Ziel gesetzt die Leistungsmöglichkeiten älterer Arbeitnehmer stärker als bisher in den Unternehmen zu nutzen und zu fördern. Arbeitgeber sowie Arbeitnehmer sind zu motivieren, das anzustrebende Rentenalter im Unternehmen möglichst weit nach hinten zu schieben. Erwerbsarbeit auch jenseits des sechzigsten Lebensjahres darf nicht als Drohung, sondern sollte als Chance wahrgenommen werden. Deswegen sind frühzeitige Weichenstellungen in Unternehmen notwendig: Zum Beispiel Weiterbildungsangebote, Anpassung der Arbeitsorganisation, Angebote zur Gesundheitsförderung oder Strategien, die die Motivation und das Engagement der Unternehmen fördern.

 

FABEL – Familienbetreuung Lippe

FABEL ist eine gemeinsame Initiative lippischer Unternehmen und des Kreises Lippe und bietet sowohl den Beschäftigten der Mitgliedsunternehmen als auch den Mitgliedsunternehmen ein vielfältiges Unterstützungs- und Beratungsangebot. Die Initiative möchte einen Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf leisten und die Standortattraktivität für die Region Lippe bei Familien erhöhen. Es gibt viele Angebote zur Kinderbetreuung, Unterstützung bei der Angehörigenbetreuung oder Hilfestellung bei familiären Problemen. Eine schnelle Orientierung für Familien oder Unternehmen ist jedoch häufig schwierig. Beschäftigten und ihre Familien bietet der FABEL Service daher persönliche Beratung und Vermittlung individueller Ansprechpartner zu Themen rund um die Familie, wie z.B. eine kurzfristige Vermittlung von Unterstützungsangeboten, die Organisation einer Kinderbetreuung, eine Orientierung im Pflegefall und eine Unterstützung bei der Organisation einer Betreuung für pflegebedürftige Angehörige.

 

JUBEL – Jugend und Beruf in Lippe

Der Arbeitskreis JUBEL entwickelt mit Bildungseinrichtungen verschiedener Alters- und Schulformen Partnerschaften im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Ziel ist es, Kinder und Jugendliche frühzeitig an technische Berufe heranzuführen und sie für diese zu begeistern. Die Arbeitskräfte von morgen gehen heute in den Kindergarten, die Grundschule oder eine weiterführende Schule. Deshalb müssen Unternehmen und Bildungseinrichtungen eng zusammen arbeiten, das Interesse für den späteren Beruf in allen Altersgruppen frühzeitig zu wecken. Viele Unternehmen engagieren sich deshalb schon heute für die Schnittstelle Jugend und Beruf. Die Initiative JUBEL fördert die jungen Menschen bei der Berufsorientierung, unterstützt die Unternehmen bei der Rekrutierung ihrer Nachwuchskräfte und stärkt somit die Region Lippe. Beispielhaft sind das Projekt „MINT in Lüdge“ sowie das Projekt „Kanubau in Lemgo“.

 

ARMIN – Arbeitnehmer. Migration. Integration

Das Projekt ARMIN fördert die Zusammenarbeit von verschiedenen Nationalitäten in den Betrieben, unterstützt die Fachkräftesicherung in der Region und möchte allen Menschen in Lippe die gleichen Chancen auf beruflichen Erfolg in der Gesellschaft ermöglichen. Eine wichtige Gruppe für das Projekt sind Menschen mit Migrationshintergrund. Besonders hier besteht viel Potenzial für die Betriebe, aber auch viel Handlungsbedarf. Beispielsweise kennen Eltern mit Migrationshintergrund häufig nicht die unterschiedlichen Möglichkeiten unseres Bildungssystems und können als Folge ihre Kinder nicht ausreichend bei der Wahl des Ausbildungs- und Berufsweges unterstützen. Vor diesem Hintergrund setzt sich das Projekt ARMIN das Ziel die Arbeitschancen für junge Menschen mit Migrationshintergrund zu verbessern. Es müssen Hemmschwellen abgebaut und Mut gemacht werden für einen Einstieg in eine erfolgreiche berufliche Laufbahn. Wenn Unternehmen zu der Zusammenarbeit von Kulturen beitragen, kann eine Integration von Menschen mit Migrationshintergrund erfolgreich sein und gelebt werden.